Die wissenschaftliche Basis meiner Arbeit gründet auf Erkenntnissen der Bindungsforschung und der Psychotraumatologie.

 

Liebe heißt verbunden sein und wachsen dürfen, zu einem wohlwollenden DU gehören und trotzdem eigenständig sein, einzigartig sein, ICH-sein. 

 

Zuerst im Mutterleib und später dann als neu geborener Winzling bin ich auf Gedeih und Verderb darauf angewiesen, dass meine frühkindlichen Bedürfnisse verstanden und auch erfüllt werden. Passiert das nicht, aus welchen Gründen auch immer, dann verformt sich mein Inneres. 

 

Zum Glück weiß meine Psyche, was sie tun muss, um mich auch vor solchen Bedingungen zu schützen. Sie weiß, dass ungestillte Bedürfnisse aus der frühen Zeit zu überwältigenden Verlassenheitsgefühlen und Todesängsten führen. Darum bildet sie ein Überlebens-Ich aus: Man wird dann im Kern fest und überlebt. Damit ist sichergestellt, dass die Existenz nicht gefährdet ist.  

 

Das ist eine großartige Leistung des menschlichen Organismus, ein genialer Schachzug der Evolution: Wir Menschen sind Überlebenskünstler, seit es unsere Spezies gibt! Auch ich bin so eine Überlebenskünstlerin. Der Haken dabei: Um überleben zu können, müssen  Menschen, die Psychotraumata erfahren haben, sich von ihren tiefsten Bedürfnissen abtrennen. Dem Bedürfnis nach liebevoller Verbundenheit und dem Bedürfnis nach Freiheit.

 

Wenn ich nicht mehr weiss, was ich brauche,  was ich wirklich will, bin ich nicht mehr ganz ich selbst. Ich begnüge mich dann damit, was andere mir anbieten oder ich mache einfach das, was andere von mir verlangen. Ich passe mich an. Frühe emotionale Mangelerfahrungen fragmentieren meine Identität. Das Abgeschnittensein, die Abspaltung von Teilen meines Wesens bleibt und wirkt in mir weiter bis ins Erwachsenenleben. Und das ganz ohne mein Wissen.

 

Es gibt Traumata, die gehen sehr tief. Sie entstehen im Verborgenen, still und leise. Man darf sie sich nicht vorstellen wie den Terroranschlag von 9/11. Die Traumata, die ich meine, sind unspektakulär, denn sie haben keinen Schauplatz im Außen. Sie verletzen das Inwendige, das gesunde Ich-Empfinden in mir. Weil schon zu Beginn des Lebens etwas Wesentliches gefehlt hat oder nur mangelhaft da war. Gesunde Elternliebe und Bindungssicherheit.