War's das?

 

 

Die Pandemie ist vorbei. Selbst für die österreichische Bundesregierung.

 

Gesundheitsminister Johannes Rauch und Verfassungsministerin Karoline Edtstadler läuteten das Ende der Pandemie ein. Am 30. Juni laufen die letzten Regeln aus. Es handle sich um einen "historischen Beschluss" sagt Rauch, denn er gleiche einem "Raus aus dem Krisenmodus", wiewohl: "Die Pandemie geht, das Virus bleibt und wir werden damit umgehen können."

 

Deutschland hat die Covid-19-Maßnahmen bereits am 7. April beendet. Wir haben es nicht so eilig. Wir in Österreich wissen längst, dass man mit tot gerittenen Pferden ziemlich lange solide Angstpolitik machen kann. Ob sich die Wienerinnen und Wiener von der lieb gewonnenen FFP2-Maske werden trennen können, bleibt allerdings ungewiss. Nun aber - Ironie off: Ich bin froh, dass die Corona-Maßnahmen auslaufen werden. Endlich. Ende Juni wird das der Fall sein. Das Gesundheitsministerium arbeitet gerade ein neues Epidemiegesetz aus, das mit Ende des Jahres 2023 in Begutachtung gehen soll. 

 

Das war’s also. Aber war es das wirklich? 

 

Ich will keine Kassandra sein. Doch Skepsis ist angebracht. Bei der nächsten kritischen Lage drohen die gleichen Horrorregeln – Isolation, Schulschließungen, Lockdown, Impfzwang. Und das, obwohl heute fast alle wissen, viele Maßnahmen waren überzogen. Sie haben mehr geschadet, als genutzt. Gelitten haben vor allem Alte und Kinder und unser Zusammenleben. Das wurde so zerrissen, wie nie zuvor und ist immer noch nicht wirklich geheilt.

 

All das kann jederzeit wieder passieren, weil die Politik nicht das macht, was nötig wäre, nämlich die auslaufenden Regelungen transparent und ehrlich zu reflektieren. Wir brauchen nicht nur ein neues Epidemiegesetz, wir brauchen auch eine Aufarbeitung, eine Untersuchung, die ihren Namen verdient – offen, ehrlich, kritisch und vor allem selbstkritisch. Nicht um Schuldige zu finden, auch wenn sich das viele wünschen, viel wichtiger ist es, zu verstehen:

 

  • Wie konnte es so weit kommen?
  • Warum haben so viele mitgemacht?
  • Weshalb wurden Kritiker ausgegrenzt und beleidigt?
  • Wieso hatten wir immer zu wenig Daten?
  • Wo waren eigentlich die Intellektuellen?
  • Und wo waren die vielen kritischen Journalisten, die sonst alles in Frage stellen?

 

Auf die Antworten bin ich gespannt.

 

Klar ist aber schon jetzt – so etwas sollte sich nicht wiederholen. Erst wenn wir wissen, wie wir das künftig verhindern, erst dann ist die Pandemie wirklich vorbei.