Außen|Innen und Körper|Psyche

   

Es gibt in der Bevölkerung eine Mehrheit, die findet, der Umgang mit der Gesundheitskrise sei goldrichtig. Im Grunde seien die Maßnahmen zur Eindämmung der Virusgefahr alternativlos. Man vertraut diesbezüglich der Wissenschaft, die gemeinsam mit der Politik ein ambitioniertes Ziel formuliert hat: „Das Virus muss besiegt werden“. Aber lässt sich ein Virus besiegen? Kann die Wissenschaft das? Die Überzeugung gibt es. Und darum wird das Ziel äußerst konsequent verfolgt. Seit es die Corona-Krise gibt, tut sich viel im Leben der Menschen. Nichts ist mehr wie vorher. Wer genau hinsieht, kann parallel dazu eine verstörende gesellschaftliche Entwicklung beobachteten. 

 

Die Politik spielt auf der Klaviatur der Angst und beruft sich dabei auf die Wissenschaft. Sie bedient sich einer Wissenschaft, die ganz in der Tradition der abstrakten Naturwissenschaft steht, einem Materialismus, der seine Ursprünge im 17 Jhdt. hat. Diese Wissenschaft begreift ihr Objekt, die Welt, als bloßes Außen. Der Mensch wird von ihr zum geistlosen Körper degradiert, zum Objekt, das eigentlich keine Innenseite, keine Psyche hat. Das ruiniert den Menschen und steigert seine Todesängste ins Monströse. Deshalb hat diese Art von Wissenschaft dem Leben und der lebendigen menschlichen Psyche gegenüber versagt. Die Corona-Maßnahmen sind ausschließlich dem abstrakten Außenwelt-Dogma verpflichtet, sie werden von der Politik schamlos als spaltendes Machtinstrument eingesetzt.

 

Seit eineinhalb Jahren erklären uns Politik, Medien und Wissenschaft, dass unser Leben erst dann wieder okay sein wird, wenn wir die Corona-Maßnahmen einhalten. Die vorhandene Not könne nur mit den Maßnahmen gewendet werden. Die weitreichendste aller Maßnahmen richtet sich an die gesamte Zivilbevölkerung und besagt: Der Mensch muss sich von seinen Mitmenschen absondern. Abstand halten. Am besten von allen. Alle müssen an einem Strang ziehen, aber nicht zusammen, sondern jeder für sich. Alleine. Allein beim Arbeiten im Homeoffice und allein beim Geburtstag feiern in der Seniorenresidenz. Allein beim Lernen im Homeschooling und allein beim Sterben im Pflegeheim.

 

Dieser Strang, an dem alle ziehen müssen, wird Solidarität genannt. 

 

Alle Erwachsenen, die Omas und Opas, berufstätige Männer und Frauen, die Familien, schwangere Frauen, junge Mütter mit Babies, Kindergärtnerinnen und Lehrerinnen, Kindergartenkinder und alle Schulkinder, auch die studierenden Youngsters, sie alle müssen tapfer und ohne Wehleidigkeit gegen ein übermächtiges Virus kämpfen. Und ja, alle müssen derweil halt auf ein gesundes psycho-soziales Leben in Sicherheit, Freiheit und Unbeschwertheit verzichten, auch die Mütter mit den Babies und die Kindergartenkinder und alle Schulkinder. Alle müssen Opfer bringen und an einem Strang ziehen. Weil der Feind, das Virus nämlich, ist immer noch nicht ganz besiegt. Der Feind kann nur mit ganz bestimmten Maßnahmen, mit speziellen medizin-technischen Kunstgriffen bekämpft werden. Dazu gehören die Absonderung, der Strang, große Mengen an Desinfektionsmitteln, Lockdowns, Gesichtsmasken, der PCR-Test und eine brillante mRNA-Strategie. Auf diese Weise wird die Regierung uns retten, indem sie die Gattung der schlimmen Coronaviren gesamtgesellschaftlich kontrolliert, eindämmt und dann gnadenlos ausrottet.

 

Warum nur führen wir einen aberwitzigen Krieg gegen ein Virus? Ich versteh das nicht. Dabei wäre es so einfach. Wir brauchen keine bio-technische Lösung, wir brauchen eine menschliche. Eine, die unsere körperlichen, psychischen und sozialen Bedürfnisse berücksichtigt. Man kann auch Liebe dazu sagen.